Das ist er: der letzte Post aus Madrid. Morgen früh gegen 10.00 Uhr werde ich mich vollgepackt zum Flughafen begeben, 12.40 Uhr geht der Flug nach Palma mit Anschluss Leipzig. Gegen 19.44 Uhr werde ich in Saalfeld aus dem ICE steigen, eine andere Luft einatmen, nicht mehr spanisch sprechen, gelähmt sein vor Sehnsucht. Auf dem Bahnsteig wird meine Mama stehen, mich in den Arm nehmen, wir werden nach hause fahren und ich werde die kleinen Straßen und Häuser sehen, alles wird mir so winzig erscheinen, grau und fremd. Ich werde in einem Bett schlafen in einem Haus, das einmal mein zuhause war, unruhig, der CD Player wird nur spanische Musik spielen. Am nächsten Morgen werde ich mich aufraffen, die Tränen wegwischen, Dinge suchen, auf die ich mich freuen kann. Rausgehen, durch die Stadt laufen, ohne Blick, ohne Sinn. Ich werde Leonie sehen und einen schönen Abend in Volkmannsdorf verbringen, deutsches Essen, deutsche Sprache, deutsches Bier, die Zigaretten wieder selbstgedreht. Ich werde meine Großeltern sehen, mich freuen, dass sie gesund geblieben sind, dass ich sie in den Arm nehmen kann, zusammen mit Ihnen am diesem Küchentisch mit der ollen Wachstuchtischdecke sitzen kann. Dann schon wieder Zug fahren, zurück nach Leipzig. Die Tür aufschließen, eine Wohnung betreten, in der ich nicht mehr sein will, ein Zimmer betreten, dem kahl jedes Gefühl von daheim sein fehlt. Auspacken, Praktikumskolloqium vorbereiten, meine Kurse studieren, zuviel rauchen, Menschen aus dem Weg gehen. Dann wird der Alltag kommen, mit aller Gewalt, mich ablenken, mich rausreißen. Es wird einen neuen Blog geben, noch titellos, mit dem ersten Post aus Deutschland. Hier ist Schluss. Insgesamt 97 Posts in den letzten Monaten, die euch nun ganz alleine gehören und ein Adios und Danke an alle, die sich dieses Danke so sehr verdient haben! Ihr werdet mir fehlen, Madrid du wirst mir fehlen!