10. März 2007

Suplemento...

"...gegen 19.44 Uhr werde ich in Saalfeld aus dem ICE steigen..." Nein natürlich nicht 19.44 Uhr, sondern erst 21.44 Uhr! Und wer war Schuld? Natürlich die DB! Bis Leipzig HBF lief noch alles a la hora. Dann fehlten auf einmal 3 Minuten und ca. 200 Meter. Mit 42 Kilogramm Gepäck macht es ziemlich wenig Sinn einem ICE hinterher zu laufen. Dreisprachiges Fluchen (Fuck!, ¡Joder!, Verdammte Scheiße!) neben Leipziger Rostbratwurstständen ist im Übrigen genauso sinnlos. Also den Rucksack wieder schultern, die Reisetasche weiter schleppen, Rolltreppen rauf, Rolltreppen runter, Café con leche suchen. Und dann die wohlbekannte Espressomaschine und die berühmte Orangenpresse, ein Stück Spanien im Leipziger Hauptbahnhof und eine erste Adresse für die Bewerbung um einen Nebenjob...
(vom 08.03.2007, endlich im ICE nach hause)

7. März 2007

Las últimas palabras

Das ist er: der letzte Post aus Madrid. Morgen früh gegen 10.00 Uhr werde ich mich vollgepackt zum Flughafen begeben, 12.40 Uhr geht der Flug nach Palma mit Anschluss Leipzig. Gegen 19.44 Uhr werde ich in Saalfeld aus dem ICE steigen, eine andere Luft einatmen, nicht mehr spanisch sprechen, gelähmt sein vor Sehnsucht. Auf dem Bahnsteig wird meine Mama stehen, mich in den Arm nehmen, wir werden nach hause fahren und ich werde die kleinen Straßen und Häuser sehen, alles wird mir so winzig erscheinen, grau und fremd. Ich werde in einem Bett schlafen in einem Haus, das einmal mein zuhause war, unruhig, der CD Player wird nur spanische Musik spielen. Am nächsten Morgen werde ich mich aufraffen, die Tränen wegwischen, Dinge suchen, auf die ich mich freuen kann. Rausgehen, durch die Stadt laufen, ohne Blick, ohne Sinn. Ich werde Leonie sehen und einen schönen Abend in Volkmannsdorf verbringen, deutsches Essen, deutsche Sprache, deutsches Bier, die Zigaretten wieder selbstgedreht. Ich werde meine Großeltern sehen, mich freuen, dass sie gesund geblieben sind, dass ich sie in den Arm nehmen kann, zusammen mit Ihnen am diesem Küchentisch mit der ollen Wachstuchtischdecke sitzen kann. Dann schon wieder Zug fahren, zurück nach Leipzig. Die Tür aufschließen, eine Wohnung betreten, in der ich nicht mehr sein will, ein Zimmer betreten, dem kahl jedes Gefühl von daheim sein fehlt. Auspacken, Praktikumskolloqium vorbereiten, meine Kurse studieren, zuviel rauchen, Menschen aus dem Weg gehen. Dann wird der Alltag kommen, mit aller Gewalt, mich ablenken, mich rausreißen. Es wird einen neuen Blog geben, noch titellos, mit dem ersten Post aus Deutschland. Hier ist Schluss. Insgesamt 97 Posts in den letzten Monaten, die euch nun ganz alleine gehören und ein Adios und Danke an alle, die sich dieses Danke so sehr verdient haben! Ihr werdet mir fehlen, Madrid du wirst mir fehlen!

6. März 2007

LEONIE

Nach Genehmigung von beiden Elternteilen

*traenewegwisch*

Die Koffer sind gepackt...

4. März 2007

Wo fange ich an...

...wo hoere ich auf?! Es gibt viel zu sagen! Cadiz war toll, Catamaran fahren und Muscheln essen, Spezialisierung im Selbstausloeser-Fotos-knipsen, zuviel Sonne und die ungewoehnliche Sommerbraeune, die wohl das bestmoegliche spanische Souvenir ist! Ansonsten rennt die Zeit, gestern dann eigentlich der "offizielle Abschluss". Die Party war nach Einschaetzung meiner Mitbewohner "de puta madre" allerdings auch mit den entsprechenden Konsequenzen (Tipp: haltet eure Fenster besser geschlossen, wenn eine Party ein wenig aus dem Ruder laeuft...) Naja ich werde dann wohl morgen fremde Fenster putzen muessen... Der weitere Verlauf des Abends war weniger erfreulich, wegen Turnschuhen (!!!!) kamen wir nicht ins Samsara rein, meine wohlbeschuhten Mitbewohner waren allerdings schon drin... Naja dann eben Sala Sol ohne Mitbewohner, man traf sich dann spaeter wieder in der Wohnung. Also wieder Zeit umdrehen, die Nacht leben, den Tag verschlafen, ich glaube wir haben uns da echt gut angeglichen in den letzten Monaten. Ich hab die Maedels richtig lieb gewonnen und den dauerbiertrinkenden inoffiziellen Mitbewohner auch ;o) Mein Abschiedsgeschenk ruehrte mich zu Traenen, trotzdem realisiere ich das alles noch nicht. Nur noch 3 Tage? Schlechter Scherz! Was kommt noch? Nicht viel: letzte Verabschiedungen, zu viele Kaffeeverabredungen, eine Postre Session mit der chica loca, letztes Essen mit meinen Praktikantenmaedels, Mitbringsel Jagd, Koffer packen, vielleicht ein letztes Bier mit Peter und weinen, ja ich werde wohl sehr viel weinen... Aber ich weiss auch, was mir diese letzten 6 Monate gebracht haben und ich weiss es zu schaetzen, dass ich die Chance hatte, das alles zu erleben. Dass irgendwann Schluss ist, dass es ein anderes Leben gibt, dass ich auf Zeit zurueckgelassen habe und das jetzt vollkommen gerechtfertigt meine volle Aufmerksamkeit fordert, dass das hier ein Lebensabschnitt war und nicht immer ganz real, eben oft auch einfach zu gut, um wahr zu sein, all das wusste ich oder weiss ich jetzt. Meine uebersentimentale Natur wird mir den "Neuanfang" in Deutschland schwer machen, aber es wird nicht das erste Mal sein, dass ich sehnlich vermisse und dass ich mich an den Anfang zurueckwuensche. Aber bisher kam immer noch was besseres nach und ich bin gespannt, was es diesmal sein wird!

28. Februar 2007

Bienvenido Leoni

Sie ist da und sie ist wunderbar! Ganz knuddelich weich sieht sie aus und schaut mit ihren grossen braunen Augen sehnsuchtsvoll in die Ferne. Ein Foto hat ausgereicht und ich habe diese hinreissende Kleine schon jetzt in mein Herz geschlossen! Einen herzlichen Gleuckwunsch an die frischgebackenen Eltern, wir sehen uns naechsten Freitag, ich freue mich riesig!

Nach Genehmigung der Eltern werde ich euch natuerlich einen ersten bildlichen Eindruck nicht laenger vorenthalten!

Autsch!

SONNENBRAND! Aber trotzdem cool so Ende Februar! Sonnencreme und Bikini liegen natuerlich in Madrid... Mit soviel Sommer konnte ja auch keiner rechnen! Die Fuesse im Meer, ein Buch in der Hand, das Gesicht in der spanischen Sonne, Meeresluft in der Nase, Sand im Haar, kein Augenblick des Tages ohne Sonnenbrille! Das Leben ist schoen!

27. Februar 2007

Meer sehen

*GLUECKLICH*

26. Februar 2007

¡ESTRÉS!

Nachdem ich das ganze Wochenende von einer fiesen Magenerkrankung völlig ausgeknockt war und auf lang ersehnte Ausgeh-Aktivitäten schweren Herzens verzichten musste, kommt heute alles zusammen: Da ich regelmäßig wichtige Unterlagen und meine Kreditkarte zu Hause lasse, wenn ich mir fest vorgenommen habe, Hostels und Autobusse zu buchen oder Miete zu überweisen, kostet mich das gleich den doppelten Weg, die doppelte Zeit, um schon wieder mal im Institut vorbei zu huschen (weil das Internet zuhause natürlich gerade jetzt nicht funktioniert) und mir wenigstens noch schnell die Buchungsbestätigungen auszudrucken, damit ich heute Nacht auch wirklich in den Bus nach Cádiz steigen kann und morgen und übermorgen auch wirklich ein Bettchen zum Schlafen habe. Post und Bank erwarten unterdessen auch noch einen Besuch von mir, Mietquälereien (bewusst nicht -angelegenheiten) mit Ursprung Leipzig müssen gerade jetzt noch irgendwie geregelt werden und ich müsste eigentlich schon längst auf dem Weg zum Flughafen sein, weil Franzi uns heute verlässt. AHHHH!!!! Aber Bloggen ist natürlich Ehrensache, so viel Zeit muss sein, ich kann ja meine Informationspflicht nicht vernachlässigen! Ich versuche mich aus Cádiz zu melden, das Meer wartet, ich freu mich, die Sonne scheint, ich glaube ich habe seit drei Tagen mal wieder so was wie Hunger... Also eigentlich alles gar nicht so schlimm! Nos vemos!

23. Februar 2007

Schicksalsschlaege...

... verarbeitet man in Spanien am liebsten in Gesellschaft. Gestern abend erreichte uns eine furchtbare Nachricht: der Vater des Freundes meiner Mitbewohnerin (der eigentlich auch mehr oder weniger hier wohnt) verstarb gestern morgen nach einem 5-jaehrigen Krebsleiden. Jetzt ist die Wohnung voll, voll mit lieben Menschen, die Anteil nehmen indem sie lieber lachen, gemeinsam Pizza essen und verweinten Augen keine Aufmerksamkeit schenken. Ich kann mein Mitgefuehl kaum ausdruecken, aber bin begeistert von zweifelsfreier Lebensfreude und absoluter Sympathie, die einem noch einmal mehr bewusst machen, wie wertvoll dieses eine Leben ist.